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Bewegungsgewinde vs. Befestigungsgewinde – Wir erklären den Unterschied

Jeder hat schon einmal ein Gewinde gesehen oder betätigt. Schrauben und Muttern, gängige Wasserhähne und viele Nussknacker haben ein Gewinde als Kern. Es gibt etliche Arten von Gewinden und Normen, dieser Artikel beleuchtet lediglich die Unterschiede zwischen Bewegungs- und Befestigungsgewinde.

Grundlagen eines Gewindes

Das vordergründigste Merkmal eines Gewindes ist der Außen- und Innendurchmesser. Diese sind leicht zu messen, meist werden nur der Außendurchmesser und die Norm angegeben. So sagt zum Beispiel die Angabe „M12“ aus, dass es sich um ein Spitzgewinde mit einem Außendurchmesser von zwölf Millimeter, einer Steigung von 1,75 Millimeter und einem Innendurchmesser von 10,25 Millimeter handelt.

Die Gewindeform ist auch für Laien gut erkennbar. Es gibt Spitz-, Trapez-, Flach-, Rund-, Kegel- und Sägegewinde. Die Form entspricht dem Profil des Gewindes.

Für das weitere Verständnis ist neben dem Durchmesser und dem Profil die Steigung von Interesse. Bei metrischen Gewinden ist damit gemeint, wie weit sich das Gewinde bei einer Umdrehung fortbewegt, bei eingängigen Zoll-Gewinden die Anzahl der Windungen pro Zoll.

Die Gangzahl ist das letzte Merkmal, das erklärt werden soll. Die meisten Schrauben sind eingängig. Damit ist gemeint, dass genau ein Gewinde um die Schraube herumläuft. Ist es hingegen mehrgängig, laufen mehrere Gewinde um den Körper. Die Gangzahl lässt sich am einfachsten erkennen, wenn auf den Gewindekopf geschaut wird. Die Anzahl der Gänge entspricht der Anzahl der erkennbaren Nuten.

Merkmale eines Befestigungsgewindes

Schrauben und Muttern sind die gängigsten Artikel, die als Befestigungsgewinde ausgelegt sind. Sie haben eine relativ geringe Steigung, damit sie sich bei Belastung nicht wieder lösen. Diese Eigenschaft nennt sich Selbsthemmung, sie ist von vielen Faktoren abhängig und muss je nach Einsatzgebiet durch geeignete Sicherungen eigens hergestellt werden.

Ein deutliches Merkmal für ein Befestigungsgewinde ist das Profil. Fast alle Gewinde dieser Art sind Spitzgewinde. Das hat seinen Grund darin, dass der Flankenwinkel mit sechzig Grad und die relativ geringe Steigung die Selbsthemmung fördert. Meist sind keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen nötig.

Die Ausführung dieses Gewindetyps ist fast immer eingängig, eine Umdrehung entspricht also genau dem Abstand von Gewindespitze zu Gewindespitze.

Merkmale eines Bewegungsgewindes

Anders als bei Befestigungsgewinden ist der Verwendungszweck die Wandlung einer Kreisbewegung in eine Lineare. Das ist bei Pressen, Schiebern, Schraubstöcken, Werkzeugmaschinen und ähnlichen Vorrichtungen der Fall.

Meist sind Bewegungsgewinde als Flach-, Sägen- oder Trapezgewinde, manchmal auch als Rundgewinde, ausgeführt. Dieses sind zwar aufwändiger in der Fertigung, erlauben aber eine präzise Bewegung bis in den Bereich von weniger als einem hundertstel Millimeter.

Wenn große Steigungen erwünscht sind, finden sich oft mehrgängige Ausführungen. Diese erlauben ohne allzu große Schwächung der Gewindewelle eine Steigung über den Durchmesser der Welle hinaus. Häufig sind zum Beispiel Wasserhähne mit einem mehrgängigen Gewinde versehen, so dass diese mit wenigen Drehungen vollständig geöffnet und wieder verschlossen werden können.

Bewegungsgewinde können selbsthemmend oder nicht selbsthemmend ausgeführt werden, je nach Verwendungszweck. Selbsthemmende haben eine geringe Steigung, wie zum Beispiel bei einem Schraubstock, nicht selbsthemmende eine große Steigung, wie bei manchen Werkzeugmaschinen.

Zusammenfassung

Der Unterschied zwischen den beiden Gewindearten ist fließend und kann oft nur für die jeweils konkrete Anwendung getroffen werden. So dient die Spindel bei einem Schraubstock beiden Zwecken. Sie bewegt einerseits die Backen, hält aber anderseits auch das Werkstück fest. Wegen der einfachen Fertigung von Spitzgewinde findet sich gelegentlich auch Gewinde, das eigentlich den Zweck der Befestigung hat, als Bewegungsgewinde wieder.

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