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Phillips und Pozidriv Kreuzschrauben - Was ist der Unterschied?

Vielleicht standen Sie auch schon einmal vor folgendem Problem: Ihr Schraubendreher greift nicht richtig am Schraubenkopf und dreht durch oder der Kreuzschlitz wird beim Lösen der Schraube so stark beschädigt, dass Sie diese nicht mehr herausdrehen können. Genau dies kann passieren, wenn Sie den falschen Schraubenzieher für eine Kreuzschlitzschraube verwenden. Denn Kreuzschlitz ist nicht gleich Kreuzschlitz.

Bei Kreuzschrauben gibt es nämlich mit dem Phillips- und Pozidriv-System zwei verschiedene Ausführungen, die sich in der geometrischen Form ihres Kreuzschlitzes signifikant unterscheiden und damit auch unterschiedliche Schrauber benötigen. Folgend werden wir Ihnen kurz erläutern, worin genau diese Unterschiede bestehen.

Die Geburtsstunde der Kreuzschlitzschraube

Mit der Industrialisierung haben sich Schlitzschrauben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend als problematisch erwiesen. Denn in der automatisierten, industriellen Produktion kamen immer mehr Maschinenschrauber mit höheren Drehmomenten zum Einsatz. Um ein Abrutschen und damit den Verschleiß von Werkzeug und Schraubenkopf sowie eine Beschädigung des Werkstücks zu vermeiden, mussten Werkzeug und Schraube winkelgenau ausgerichtet werden. Dies hat viel Zeit in Anspruch genommen.

Der Erfinder J.P. Thompson entwickelte daher 1932 eine Schraube mit Kreuzschlitz, die er patentieren ließ. 1935 verkaufte er sein Patent an den amerikanischen Geschäftsmann Henry F. Phillips. Dieser optimierte das Schraubenprofil und brachte schließlich 1936-37 die Kreuzschraube auf den Markt.

Charakteristika der Phillips Kreuzschrauben

Dieser damals entwickelte und heute als Phillips Kreuzschraube bekannte Schraubenantrieb zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus, die diesen auch von anderen Kreuzschraubenantrieben wie beispielsweise der Pozidriv Kreuzschraube unterscheiden.

So haben die Flanken der Phillips Kreuzschrauben eine konische Form bzw. leichte Keilform und verjüngen sich mit zunehmender Tiefe des Kreuzschlitzes. Das erleichtert das Ausrichten des Schraubers auf das Schraubenkreuz. Denn der spitz zulaufende Schraubenantrieb lässt den Schrauber auch bei nicht genauer Winkelstellung zwischen Flanken und Werkzeug quasi selbstständig in die Aufnahme rutschen. Die Flankenform sorgt zudem für eine Keilwirkung, die die Kräfte beim Eindrehen in die gewünschte Drehkraft teilt.

Allerdings werden beim Festziehen der Kreuzschrauben auch Axialkräfte freigesetzt, die den Schraubendreher aus der Schraube drücken. Diese Axialkräfte sorgen auch dafür, dass Sie beim Eindrehen der Schraube mehr Kraft aufwenden müssen. Dieser Effekt war im Design vorgesehen und diente der Begrenzung des Drehmoments, der insbesondere bei der Montage von Aluminiumflugzeugen nützlich war. Denn hier musste ein zu festes Anziehen der vergleichsweise „weichen“ Befestigungselemente zur Vermeidung von Schäden verhindert werden. Heute wird die konische Form dieser Kreuzschrauben oft kritisiert, weil das Werkzeug auch bei niedrigeren Drehmomenten schneller herausgedrückt werden kann. Bei höheren Drehmomenten nutzen sich die Schrauben zudem schnell ab.

Charakteristika der Pozidriv Kreuzschrauben

Um diesen Nachteil zu beseitigen, entwickelten die Phillips Screw Company und die American Screw Company eine Kreuzschraube, die parallele Flanken besitzt. Diese parallele Form der Flanken verhindert die Entstehung der beschriebenen Axialkräfte beim Festziehen der Kreuzschraube und erlaubt eine bessere Kraftübertragung und damit höhere Drehmomente. Sie müssen daher auch beim Eindrehen der Schraube weniger Kraft aufwenden.

Im Schraubenkopf erkennen Sie darüber hinaus vier radiale Einkerbungen (= Nebenflanken), die strahlenförmig in einem 45°-Winkel vom Hauptkreuz am Schraubenkopf abgehen. Sie sorgen zusätzlich für eine bessere Übertragung des Drehmoments. Aufgrund dieser Eigenschaften hat die Schraube die Bezeichnung Pozidriv (Abkürzung für „positive drive“) erhalten.

Der Pozidriv-Schraubenantrieb erlaubt entsprechend wie der Phillips-Antrieb eine gute Zentrierbarkeit, führt aber insbesondere in den beiden folgenden Bereichen zu Verbesserungen:

- höhere Drehmomente möglich ohne Abrutschen (Reduzierung des sogenannten Cam-out-Effekts)

- größerer Oberflächenkontakt zwischen Werkzeug und Schraubenkopf, der ein Verrutschen bei korrekter Installation erschwert

Schraubenzieher für Phillips und Pozidriv Kreuzschrauben

Sie können Phillips-Schraubendreher zum Eindrehen und Lösen von Pozidriv Kreuzschrauben verwenden. Diese haben allerdings in der parallelen Schraube Spiel und greifen daher nicht vollständig. Bei höherem Drehmoment drücken sie sich zudem heraus und beschädigen Schraubenkopf und Werkzeug.

Pozidriv-Schraubendreher können Sie in der passenden Größe dagegen nicht bei Phillips Schrauben einsetzen, da diese nicht in die sich verjüngenden Flanken der Schrauben eindringen können. Viele wählen in diesem Fall einen mindestens um eine Nummer kleineren Schraubendreher, der allerdings eine Überbeanspruchung des Werkzeuges oder der Schraube nach sich zieht. Sie können abrutschen und den Schraubenkopf ausreißen. Auch hohe Drehmomente lassen sich so nicht übertragen.

Generell sollten Sie für beide Schraubenantriebe daher immer die entsprechenden Schraubenzieher verwenden, auch wenn die beiden Systeme weitgehend austauschbar erscheinen. Sie erkennen Phillips- und Pozidriv-Schrauber anhand ihrer Kennzeichnung: „PH“ steht für Phillips und „PZ“ für Pozidriv. Hier haben wir Ihnen zusätzlich die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen PH- und PZ-Schraubern kurz und knapp zusammengestellt:

PH-Kreuzschraubendreher

  • konische Flanken
  • spitze Spitze
  • abgerundete Ecken

PZ-Kreuzschraubendreher

  • parallele Flanken
  • stumpfe Spitze
  • zusätzliche kleinere Rippen im 45°-Winkel zum Hauptkreuz.

 

 

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