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Metrische Rohre und Zollrohre - Was ist der Unterschied?

Oft wird nachgefragt, was der Unterschied zwischen und metrischen Rohren ist. Die Antwort darauf könnte denkbar knapp sein, die einen werden in Zoll gemessen, die anderen in Millimeter. Nun weiß jeder Fachkundige, dass ein modernes Rohr, dessen Durchmesser in Zoll angegeben ist, keine einzige Stelle hat, die der Zollangabe entspricht. Weder Innendurchmesser noch Außendurchmesser stimmen mit der Angabe überein.

Dies ist bei metrischen Rohren anders. Diese werden über den ungefähren Innendurchmesser und der Wandstärke in Millimeter definiert und sind in einer Norm festgelegt. So sagt die Bezeichnung DN (engl.: Diameter Nominal, Nomineller Rohrdurchmesser, auch Nennweite genannt) aus, welcher Innendurchmesser das Rohr ungefähr hat. DN 6 steht nach dieser Definition für ein Rohr mit 10 Millimeter Außendurchmesser und einer Wandstärke von bis zu 2 Millimeter. Oft werden auch lediglich der Außendurchmesser und die Wandstärke angegeben, etwa in der Art wie 22 x 1,5 Millimeter. Je nach Verwendungszweck gibt es abweichende Normen. Heute hat es sich durchgesetzt auch „Zöllige“ Rohrmaße in Millimeter anzugeben.

Ein Blick in die Geschichte

Interessant ist nun zu wissen, wie es zu diesen unrunden Abmessungen kam. Warum, so fragen sich manche mit Recht, haben zöllige Rohre so einen krummen Außendurchmesser. Und warum stimmt die Zollangabe in keinster Weise mit den tatsächlichen Dimensionen überein? Und warum weisen selbst metrische Rohre so ungerade Durchmesser auf? Die Fragen lassen sich nur beantworten, wenn man in die Vergangenheit sieht.

Damals war England der führende Hersteller von Stahlwaren, sie rechneten ausschließlich in Zoll. Für die Berechnung von Rohrsystemen aller Art ist der Innendurchmesser einer Leitung von Belang, der Außendurchmesser interessiert den Ingenieur bei der Berechnung wichtiger Kenngrößen nicht. Bei der damaligen Stahlqualität musste ein Rohr mit einem Zoll Innendurchmesser (25,4 Millimeter) eine Wandstärke von 4,65 Millimeter haben. Solche Stärken waren nötig, damit das Rohr den üblichen Druck, der bei Betrieb einer Dampfmaschine auftrat, standhalten konnte.

Verbesserung der Stahlproduktion

Nachdem also ein Rohr mit einem Zoll Innendurchmesser so definiert war, dass es einen Außendurchmesser von 33,7 Millimeter hatte, begannen die Hersteller von Gewindeschneidmaschinen damit, entsprechende Werkzeuge im großen Maßstab herzustellen. Jeder Sanitärbetrieb, jede Schlosserei und alle sonstigen metallverarbeitenden Werkstätten hatten sich im Laufe der Zeit mit diesen Werkzeugen zur Rohrverarbeitung eingedeckt.

Nun entwickelten sich die verwendeten Stähle weiter, sie wurden besser und die Rohre konnten mit geringerer Wandstärke hergestellt werden. Damit aber die allerorts verwendeten Werkzeuge weiterverwendet werden konnten, wurde auf eine Änderung des Außendurchmessers verzichtet. Ein einzölliges Rohr misst heute noch genauso 33,7 Millimeter im Durchmesser wie damals. Nur der Innendurchmesser hat sich von 25,4 Millimeter auf etwa 27,2 Millimeter erhöht.

Tabellen helfen zur Berechnung

Bleibt also nur die Frage, warum die metrischen Rohre so ungerade Durchmesser haben. Das liegt daran, dass die Rohre untereinander vergleichbar sein sollen. So hat man festgelegt, dass ein Rohr mit der Bezeichnung DN 25 nach DIN 2440, also ein einzölliges Rohr, einen Innendurchmesser von 27,20 Millimeter und einen Außendurchmesser von 33,70 Millimeter hat. Im metrischen System hat dieses Rohr als Verbundrohr einen Außendurchmesser von 32 Millimeter und 3 Millimeter Wandstärke, ein Kupferrohr einen Außendurchmesser von 28 Millimeter und 1,5 Millimeter Wandstärke.

Alles in allem kann gesagt werden, dass ohne entsprechende Tabellen metrische Rohre nur annäherungsweise mit zölligen Rohren verglichen werden können. Selbst mit dem Wissen über die Zusammenhänge kann von den angegebenen Maßen nicht direkt auf den jeweiligen Wert einer anderen Maßeinheit geschlossen werden.

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