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Unterlegscheiben ähnlich DIN 9021, DIN 433, DIN 125 - Was bedeuten die Normen?

Mit Unterlegscheiben wird das Ziel verfolgt, die durch den Anpressdruck entstehende Kraft respektive Vorspannkraft gleichmäßig auf die Oberfläche des Werkstoffes zu verteilen. Durch diese Verteilung auf eine deutlich größere Fläche wird das Einsinken der Mutter beziehungsweise des Schraubenkopfes in den Werkstoff verhindert. Alternative Bezeichnungen für die Unterlegscheibe sind Beilagscheiben oder Unterlagscheiben.

Die Montage- beziehungsweise Vorspannkraft, kurz Kraft genannt, ist diejenige notwendige oder gewünschte Kraft in axialer Richtung, die zum Einbau einer Schraube erforderlich ist. Diese Kraft muss bekannt sein, um für den betreffenden Werkstoff die dazu passende Festigkeitsklasse der Schraube oder Mutter auswählen zu können.

Werkstoffoberflächen werden geschützt

Der Durchmesser von Beilagscheiben ist naturgemäß größer als der von Schraube und Mutter. Dadurch bleibt die Beilagscheibe beim Anziehen des Gewindekörpers auf dem zu befestigenden Werkstoffteil liegen. Der Gleit- und Schraubvorgang entsteht zwischen Gewindekörper und Werkstoff.

Die Unterlegscheibe verhindert jegliche Beschädigung der Werkstoffoberfläche durch die entstehende Reibung als einen physikalischen Vorgang, bei dem der physische Gegenstand an seiner Oberfläche Kontakt mit dem Werkstoff hat und sich relativ zu ihm bewegt.

Kurz gesagt: Die Unterlegscheibe wirkt wie eine Metapher zwischen dem Gewindekörper Mutter oder Schraube und dem Werkstoff.

Deutsche DIN-Norm - Europäische EN-Norm Weltweite ISO-Norm

Die Kurzfassung DIN steht für die in der heutigen Zeit eher überholte Bezeichnung Deutsches Institut für Normung. Die DIN-Norm ist kein gesetzlich vorgegebener, sondern ein freiwilliger Standard zur Vereinheitlich von Gütern und Gegenständen. Zu den ausschlaggebenden Grundlagen für DIN-Normen gehören gesicherte Erkenntnisse aus Wissenschaft, Forschung und Technik nebst einer langjährigen Erfahrung. Die einzelnen DIN-Normen werden im Deutschen Normenwerk zusammengefasst.

Das internationale Pendant zu DIN ist ISO, International Organization for Standardization als Internationale Organisation für Normung mit Sitz in Genf. Die ISO-Norm gilt international in allen Bereichen mit den Ausnahmen für Elektronik, Elektrik und Telekommunikation. Weltweit orientieren sich etwa 170 Staaten an der ISO-Norm.

Unter dem Sammelbegriff EN für Europäische Normen sind die folgenden drei europaweit geltenden Normen zusammengefasst

• Europäisches Komitee für Normung CEN

• Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung CENELEC

• Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen ETSI

Nach Ratifizierung als einer völkerrechtlich verbindlichen Anerkennung muss die betreffende europäische Norm EN von den daran beteiligten nationalen Normungsorganisationen unverändert als nationale Norm übernommen werden. Entgegenstehende nationale Normen werden zur Vermeidung von Doppelnormung aufgehoben.

Normbezeichnungen für Unterlegscheiben

Mit Übernahme der EN durch ein nationales Normungsinstitut wie das DIN in das DIN-Normungswerk wird die EN zur nationalen DIN. Daraus ergibt sich die Situation, dass bestehende DIN-Normen durch EN-Normen abgelöst werden können respektive müssen.

In der Alltagspraxis werden bestenfalls alle drei Normenbezeichnungen übernommen.

Beispiel: DIN EN ISO Nummer ….. : Jahreszahl …..

So wird deutlich, dass die welt- und auch europaweite Normung in das Deutsche Normenwerk übernommen worden ist.

Für Unterlegscheiben Kunststoff und Metall ergeben sich so folgenden Normbezeichnungen zu unterschiedlichen Ausführungen:

• Scheibenausführung mittel ohne Fase ISO 7089 DIN 125-A

• Scheibenausführung mittel mit Fase ISO 7090 DIN 125-B

• Scheibenausführung grob ISO 7091 DIN 126

• Unterlegscheibe mit Außendurchmesser ca. 2 x Lochdurchmesser ISO 7092 DIN 433

….. mit Außendurchmesser ca. 3 x Lochdurchmesser - ISO 7093 DIN 9021

….. für Stahlkonstruktion Produktklasse A - DIN 7989-2

….. für Stahlkonstruktion Produktklasse C DIN 7989-1

• Vierkantscheiben Neigung 8 Prozent DIN 434

• Vierkantscheiben Neigung 14 Prozent für U- und für I-Träger DIN 435

• Vierkantscheibe für Holzverbindung DIN 436

• Vierkantscheibe für Holzverbindung mit Rund- oder mit Vierkantinnenloch [R oder V] ISO 7093 DIN 440

Unterlegscheiben Kunststoff Leichtgewicht unter den Beilagscheiben

Im Gegensatz zu einer Unterlegscheibe aus Metall sind Unterlegscheiben Kunststoff deutlich leichter. Das ist ein Grund, aus dem sie oft und gern in solchen Bereichen eingesetzt, in denen sich ein zu hohes Gewicht negativ auswirken würde. Beispiele für den bevorzugten Einsatz sind Kfz-Karosseriebau, der Modellbau oder auch der Radsport.

Kunststoff-Unterlegscheiben bestehen aus Polyamid als einem synthetischen thermoplastischen und technisch nutzbaren Kunststoff.

Dazu ein Vergleich von Kunststoff- zu Metall-Unterlegscheibe: Die Polyamid-Dichte liegt bei 1,14 km/dm³, die von Stahl bei 7,8 kg/dm³.

Weitere Vorteile von Kunststoff-Beilagscheiben: Sie leiten keinen Strom, absorbieren Schwingungen, verhalten sich absolut korrosionsbeständig, haben eine sehr hohe Verschleißfestigkeit, sind überaus langlebig und resistent gegen schwache Säuren. Ihre sehr gute Gleitfähigkeit ist geradezu ideal für den Einsatz zwischen zwei beweglichen Teilen.

Fazit

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Metall- beziehungsweise Kunststoff-Unterlegscheiben im handwerklichen Alltag unentbehrlich sind. Dementsprechend groß und vielfältig ist das Angebot. Im weitesten Sinne ist die Unterlegscheibe ein Flächentragwerk, das durch die Anspannungskräfte auf seiner Ebene belastet wird.

Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Unterlegscheiben müssen den Druck verteilen, der permanent durch die straff angezogene Schraube ausgeübt wird.

 

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